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Tatort: Deckungslücke bei Tauchunfällen

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Klar, aus dem Padi "Go Dive" OWD Manual (Seite 196) ist uns doch noch irgend etwas bekannt, oder?

Kurz gefasst steht da folgendes:

Dekompressions-Erkrankungen kommen beim Sporttauchen selten vor, wenn aber doch, dann kann es sehr teuer werden! Die Krankenversicherung deckt das nur selten oder gar nicht ab. Es gibt eine günstige Tauch-Unfallversicherung, die diese Deckungslücke schließen kann.

Mich haben schon einige Tauchschüler und Taucher gefragt, was die Krankenversicherung im Falle eines Unfalles übernimmt. Leider ist die Antwort nicht so einfach, falls ein Tauchlehrer überhaupt eine (ausreichende) Antwort geben kann.

Vielleicht kann ich mit den folgenden Zeilen etwas Licht ins Dunkle bringen ...

Inland:

Seit Mitte 2000 dürfen gesetzliche Krankenkassen die Kosten in Deutschland für eine Hyperbare Sauerstofftherapie (HBOT) als eine ambulante Leistung bei Tauchunfällen und auch bei anderen Krankheiten nicht mehr erstatten.

(Die HBOT wird neben den Tauchunfällen auch noch bei Hörsturz, Problemwunden, Knocheninfektionen, Bestrahlungsschäden, Migräne, etc. eingesetzt.)

Ambulante Behandlung:

Diese Veränderung betrifft zunächst nur die ambulante HBOT, also bei dem niedergelassenen Vertragsarzt oder in einem ambulanten Druckkammerzentrum.

Patienten die beim Wochenendtauchgang eine Dekompressionserkrankung mit nur leichten neurologischen Ausfällen erlitten haben, sind bislang in der nahegelegenen Druckkammer schnell und endgültig behandelt worden. Diese Behandlung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nicht mehr!

Stationäre Behandlung:

Die stationären Behandlungen sind davon noch nicht betroffen, aber es steht angeblich bereits fest, dass die Neuordnung der Krankenhausgebühren die HBOT auch ausgrenzen wird!


Das Dilemma

Durch fehlende Einnahmen der Druckkammern, ist es für Krankenhäuser absolut unrentabel geworden eine eigene Dekokammer aufrecht zu erhalten. Die Zentren, die 365 Tage und 24 Stunden Bereitschaft gewährleisteten, werden nun aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Das Netzwerk der Druckkammern ist bereits sehr stark ausgedünnt. Die Transportwege werden immer länger und teurer, da der Hubschrauber das "Standardtransportmittel" geworden ist.

Einige Institute für Überdruckmedizin (z. B. das in Regensburg www.HBO-Regensburg.de) halten sich zum Glück mit "50m-Schleusungen" oder "DAN-O2 Kursen" noch über Wasser!

Ausland:

Im Ausland war es schon immer geboten eine Zusatzversicherung zu haben, denn diese Lücke tritt auch bei den Auslandskrankenversicherungen auf.


Deckungslücke

Sporttaucher dürfen sich weder im Inland, noch im Ausland - bei der Behandlung von Tauchunfällen - auf die gesetzliche Krankenversicherung verlassen!

Private Krankenversicherungen können die Kosten übernehmen, dies ist aber im Einzelfall vorher abzuklären.

Tauchausbildung

Übrigens deckt die Haftpflichtversicherung des Tauchlehrers in der Regel nur Tauchunfälle von Tauchschülern, die vom Tauchlehrer zu verantworten sind. Hat sich der Tauchlehrer korrekt verhalten, besteht für den Tauchschüler von der Krankenversicherung nur ein beschränkter Schutz.

Anmerkung: In verschiedenen Ländern dieser Erde brauchen Tauchlehrer keine Haftpflichtversicherung. In solchen Fällen könnte der Tauchschüler - auch bei Verschulden des Tauchlehrers - auf den Kosten der Behandlung sitzen bleiben ...


Lösung des Problems

Um dieses Kostenrisiko zu minimieren, werden unterschiedliche Tauch-Unfallversicherungen angeboten. Anbieter sind z. B. DAN (Divers Alert Network) www.daneurope.org oder Padi www.padi.com.

DAN (Divers Alert Network) ist einen Selbsthilfeorganisation, die 1980 in den USA gegründet wurde, nach dem sich dort auch die staatlichen Organisationen aus der Tauchunfallbehandlung zurückgezogen hatten. Sie bieten neben der Versicherung noch ein Tauchunfallmanagement durch erfahrene Tauchärzte.

Für die Tauchausbildung

Bei DAN kostet eine Tauchschüler - Kurzzeitmitgliedschaft pro Tauchschüler 8 Euro! Darin sind z. B. Kosten für die Druckkammer bis 31.000 Euro abgedeckt.

Für Sporttaucher

Aktuelle Informationen, Preise und Deckungssummen bekommt ihr von DAN (Divers Alert Network) www.daneurope.org oder Padi www.padi.com.

Für Tauchlehrer

Zum Beispiel die Padi Berufsversicherung. Diese kostet 156,50 Euro im Jahr und beinhaltet eine persönliche Tauchunfallversicherung (Behandlung und Transport einer Dekokrankheit bis 50.000 CHF) und eine Berufshaftpflichtversicherung (für Personen- und Sachschäden bis 5.000.000 CHF).

Ich hoffe mit diesem Artikel etwas mehr Klarheit in die Problematik der "Deckungslücke" gebracht zu haben. Wer zu diesem Thema Ideen oder weitere Lösungsvorschläge hinzufügen kann, darf sich gerne per Mail an uns wenden!