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Wir, als Ausbilder oder Begleiter eines Kindes während eines Tauchgangs, müssen uns immer an Tiefenlimits halten. Warum können wir eigentlich mit Kindern, die schon Erfahrung im Tauchen haben und fit sind, nicht mal ein wenig tiefer gehen???

Hier sind einige der wichtigsten Gründe aufgezählt.

Erstens:

Bei der Geburt sind bei Kindern gerade einmal 1/6 der Alveolen (Lungenbläschen in denen der eigentliche Sauerstoffaustausch stattfindet) ausgebildet. Das Wachstum der Alveolen ist erst mit 8 Jahren abgeschlossen. Die Druckbelastung kann in der Zeit, in der die Alveolen sich im Wachstum befinden, Entwicklungsstörungen in der Lunge des Kindes hervorrufen.

Der VDST erlaubt Gerätetauchen daher erst ab dem achten Lebensjahr.

Zweitens:

Kinder haben einen höheren Ruhepuls und sind somit eingeschränkt belastbar. Bereits das Eintauchen ins Wasser ist eine Anstrengung für den Kreislaufs. Deswegen müssen wir unnötige Belastungen von Anfang an vermeiden. Dies wird erreicht, in dem wir z. B. die Ausrüstung des Kindes erst am Wasser anlegen, Strömungstauchgänge vermeiden und andere anstrengende Tätigkeiten unter Wasser auf ein Minimum reduzieren.

Hinzu kommen noch die psychischen Belastungen (wie z.B.: Nachttauchgänge, schlechte Sicht, keine Bezugsperson usw.) denen ein Kind unter keinen Umständen ausgesetzt werden darf.

Drittens:

Es gibt keine speziellen Tauchtabellen für Kinder (zumindest sind mir keine bekannt).

Tauchtabellen beinhalten selbst für uns "Restrisiken". Sie wurden für die Bestimmung der Gewebesättigung von Erwachsenen erstellt. Kinder haben (vielleicht) Gewebearten, die sich anders sättigen!

Die Knochen sind z. B. bei Kindern noch nicht voll ausgebildet. Sie sind noch "elastischer" und sättigen sich daher (vielleicht) schneller als ausgewachsene Knochen!

Tiefenlimit beim VDST ist 12 Meter.

Viertens:

Der Tiefenrausch tritt bei Kindern viel früher als beim Erwachsenen ein. Das liegt daran, dass das ZNS (zentrales Nervensystem) noch nicht vollständig ausgebildet ist. Schon wieder ein Grund mehr, sich an das Tiefenlimit zu halten, egal wie erfahren das Kind ist!

Fünftens:

Beim Druckausgleich kann es, wie schon häufig beim Schwimmbadtraining beobachtet, zu Problemen kommen. Bei Kindern ist die Ohrtube enger, meist stark gekrümmt und der Muskel, den wir für den Druckausgleich benötigen, ist noch nicht voll entwickelt.

Sechstens:

Auch die Psyche des Kindes ist noch in der "Entwicklung". Gerade beim Tauchen können unvorhergesehene Ereignisse das Kind überfordern. Bevor wir mit einem Kind ins Wasser gehen, müssen (alle) Eventualitäten vorher mit dem Kind besprochen werden. Dazu gehören die Unterwasserzeichen, Verlieren des Tauchpartners, Fluten der Maske, Frieren etc.

Diese Fähigkeiten müssen dem Kind bereits in der Ausbildung spielerisch beigebracht, beim Training immer wieder geübt und am See oder Meer in einem ausführlichen Briefing wiederholt werden.

Zum Schluss noch etwas zur Ausrüstung

Eine kindergerechte 5-Liter-Flasche, ein passendes Kinderjacket, ein kleines Mundstück (evtl. auch am Oktopus des Buddys), ein Schnorchel mit kleinem Totraum und ein passender(!) Anzug sollten eigentlich beim Kindertauchen selbstverständlich sein.


Kindertauchen aus der Sicht von PADI

Nachdem wir alle wissen, dass Padi Standards für fast alles festlegt, will ich euch diese im Folgenden vorstellen. Ich finde diese klaren Anweisungen sehr gut und sinnvoll, da bei Kindern alle Risikofaktoren ausgeschlossen werden sollen.

Hallenbad (bis max. 4 m)

Kinder müssen für das Gerätetauchen mindestens acht Jahre alt sein.

Die Teilnehmer und deren Eltern oder Erziehungsberechtigte müssen eine Erklärung (auch zum Gesundheitszustand) ausfüllen und unterschreiben, bevor Aktivitäten im Wasser stattfinden können.

Freiwasser

Tauchschüler müssen vor Kursbeginn mindestens 10 Jahre alt sein.

Bei 10-und 11-jährigen Tauchern gilt, dass sie bis zum Erreichen des 12. Geburtstags ausschließlich mit einem brevetierten Erziehungsberechtigten (also nicht mit einem beliebigen Erwachsenen) oder einem PADI Profi tauchen dürfen.

Die Maximaltiefe von 12 Metern darf nicht überschritten werden!

Bei der Ausbildung oder Supervision von Kindern müssen strikte Verhaltensregeln eingehalten und die Inhalte und die Anforderungen der Richtlinien für den Umgang mit Kindern bei der Tauchausbildung befolgt werden.

Im Padi-Verhaltenskodex zum Umgang mit Kindern steht folgendes:

PADI als weltweite Organisation ist der festen Überzeugung, dass die Gesundheit, die Sicherheit und das Wohlergehen der Kinder von überragender Bedeutung sind und niemals beeinträchtigt werden, unabhängig vom Alter, der Kultur, einer Behinderung, dem Geschlecht, der Sprache, der Nationalität und der Religion der Kinder. PADI ergreift Vorsichtsmaßnahmen um dies zu gewährleisten, wenn Kinder in Tauch- und Schnorchelaktivitäten bei dir teilnehmen. Jeder Verdacht und jede Behauptung eines Fehlverhaltens gegenüber Kindern werden von PADI ernst genommen und sofort untersucht, und es wird schnell und angemessen darauf reagiert.


Ich bedanke mich an dieser Stelle ganz besonders bei Edip Arslan, der mir die Genehmigung gab - die Punkte "Erstens" bis "Sechstens" und die Sichtweise des VDST - aus seinem Bericht "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen?!" zu verwenden. Edip hat sehr viel Erfahrung im Kindertauchen und führt ständig Projekte mit Kindern durch. Klickt doch mal auf seine Seite, die bei uns in der Linkliste aufgeführt ist!